Traumtagebuch
Verbringe sieben Tage in meinen Träumen

09.12.2025
Ich besuche N in ihrer Wohnung in Wien. Sie ist gestresst, läuft von Ecke zu Ecke, räumt wahllos Gegenstände um oder weg. Ich versichere ihr, dass mir das Chaos egal ist; tatsächlich finde ich die Wohnung gar nicht unaufgeräumt. Sie übertreibt. Ich fühle ihren Stress und frage, ob ich gehen soll. Sie sagt, ich soll bleiben, also bleibe ich. Sie legt sich auf die Couch. Jetzt bin ich ihre Psychoanalytikerin, und sie ist meine Patientin. N ist Bella Freud, nur kurzhaarig und blond.
Ich bin schwanger, aber will es nicht sein.
Ich muss eine Abschlussprüfung in Mathe bestehen, habe den Prüfungsstoff des ganzen Schuljahres aber nicht drauf. Wenn ich durchfalle, darf ich nicht studieren. Ich bin verzweifelt und organisiere ein Casting, bei dem ich nach dem perfekten Nachhilfelehrer suche. Der Raum hat eine Discokugel und buntes Lametta. „It’s show time.“
10.12.2025
Die Podcasterin Alex Cooper hält eine Ansprache in einem dunklen Bunker – neben ihr drei weitere Personen, deren Gesichter ich nicht erkenne. Ich glaube, es sind ihre Angestellten. Sie sind ganz in Schwarz gekleidet. Sie trägt einen Pferdeschwanz, eine schwarze Strumpfhose und einen braunen Rock. Ich stehe daneben und höre zu. Ich glaube, ich bin unsichtbar. Ab und an wechselt die Perspektive, sodass ich mich im Körper von Alex befinde. Plötzlich betritt ihr Ehemann Matt Kaplan den Raum, schnappt Alex und beginnt, sie wild zu küssen, während alle anderen verlegen dastehen. (Während sie rummachen, bin ich wieder ich.) Als Matt sich von ihr löst und den Raum verlässt, beginnt Alex unkontrolliert zu lachen. Sie sagt: „Man, that was wild, so fucking wild.“ Die anderen stehen immer noch wort- und regungslos da.
13.12.2025
Insekten und Schlangen verstecken sich in einem großen Stück Erde, das an der Rückseite der Kaffeemaschine haftet und von dort aus wächst. Die Kaffeemaschine steht auf einem kleinen Tisch am Küchenfenster, am Ende eines mir unbekannten, länglichen Zimmers. Daneben ist ein Käfig mit zwei Papageien drin. Der schwarze spricht mit mir, macht sich über mich lustig. Ich stelle ihm Fragen, doch er nimmt mich nicht ernst. Der Papagei hat menschliche Gesichtszüge und eine stark ausgeprägte Mimik. Ich fühle mich hilflos und versuche, das Stück Erde loszuwerden, doch es scheint mir zu groß und zu kompliziert. Versuche ich, die Kaffeemaschine wegzustellen oder in der Erde herumzuwühlen, kommen noch mehr Insekten, Schlangen und Würmer heraus. Ich möchte Hilfe holen, jemanden bitten, es zu entsorgen, tue es aber nicht. Ich bleibe stehen und starre weiterhin das Stück Erde an.
23.12.2025
Ich realisiere, dass ich wichtige Gegenstände in der alten Wohnung meiner Familie in Tirol vergessen habe. Sprung: Ich beeile mich beim Packen, aber mir läuft die Zeit davon, weil ich das Licht nicht rechtzeitig ausmachen kann. Ich drücke auf den Schalter: Ein Licht geht aus, dafür geht ein anderes an. Das wiederholt sich eine Weile. Ich muss ins Krankenhaus, um jemanden zu besuchen, bin aber spät dran. Ich verlasse schließlich die Wohnung, laufe zum Lift und drücke auf den Knopf.
Ich bin auf einer Party. Elizabeth Day, Sydney Sweeney, Meghan Markle und Prince Harry sind auch da. Alexa Chung nimmt das Mikrofon in die Hand und kündigt an: „Um einen erfolgreichen Fashion Channel auf YouTube zu haben, brauchst du Integrität.“
24.12.2025
Ich laufe mit einer Gruppe durch einen Tunnel, der in eine Tiefgarage führt. Wir sind in Ho-Chi-Minh-Stadt. Ein Architekt aus einem berühmten Architekturbüro ist dabei – er ist der Einzige, der Englisch spricht. Drei Personen aus der Gruppe gehen verloren und finden uns nicht mehr. Ich mache mich auf den Weg, um sie zu suchen. Sprung: Ich sitze mit einer Freundin, die vorher verschwunden ist, in einem Café im Einkaufszentrum, das über der Tiefgarage liegt. Sie fragt, ob sie im Oktober zu mir nach Berlin kommen kann. Ich antworte: „Gerne, Anfang des Monats.“ Gleichzeitig fühle ich mich irritiert und möchte eigentlich nicht mit ihr sprechen. Sie steht auf, sagt, dass sie ein T-Shirt kaufen möchte, und geht. Ich bleibe sitzen.
Ich schreie, aber niemand hört mich. Ich schreie so lange, bis ich keinen Ton mehr hervorbringe.
27.12.2025
P duscht komplett angezogen mit ihrem Mann in einer Duschkabine mitten im Wohnzimmer. Ich stürme ins Zimmer, muss dringend mit ihr reden. Ich habe das Gefühl, sie könnte sauer auf mich sein. Ich habe einen liberalen Artikel in einer Zeitung veröffentlicht, der ihr nicht gefallen hat. Ich finde es schrecklich, dass sie so konservativ denkt. Das ist doch nicht meine Freundin, so ist sie nicht. Ich gebe ihrem Mann die Schuld. Sprung: P und ich sitzen auf der Couch. Er steht direkt hinter mir, ich spüre seinen Atem auf meinem Nacken.
Ich sitze mit meiner Pflegefamilie am Tisch: Mutter, Vater, Tochter. Ich bin nervös, meine Finger spielen mit der bestickten weißen Tischdecke. Die Mutter hat lange blonde Haare, ist groß und schlank und erinnert mich an die Mutter meines ersten Freundes. Der Vater ist leise, die Tochter freundlich, aber unauffällig. Ich kann nicht einschätzen, wie alt ich bin. Vielleicht ein Teenager, aber ich fühle mich erwachsen. Sie scheinen nett zu sein. Ich schreibe ihnen einen Brief, um mich für ihre Großzügigkeit zu bedanken. Ich sage, dass ich mich freue, ein Teil ihrer Familie zu sein; dass ich solchen wundervollen Menschen noch nie begegnet bin. Während des Schreibens pausiere ich für einen Moment, dann schreibe ich den Text um, neutralisiere ihn. Ich schreibe, dass ich gespannt bin, wie es uns in der neuen Familienkonstellation gehen wird. Ich bin vorsichtig.
Speeddating, aber um Freunde zu finden.
Mein erster Freund und ich sitzen nebeneinander in einem unidentifizierbaren Zimmer, nicht größer als acht Quadratmeter. Er zeigt mir einen Brief, den er mir vor Jahren geschrieben, aber nie abgeschickt hat. Seine Handschrift: schwer leserlich, ungeduldig, aber ich kenne sie. Es ist einfach für mich, sie zu entziffern. In der vierten Zeile steht: „Lass uns wieder zusammen sein. Komm wieder zu mir zurück.“ Er sieht wieder aus wie siebzehn, hat kinnlange braune Haare und ein breites Lächeln. Er fühlt sich sicher an. Sein Gesicht verrät mir, dass er sich fragt, wie unser Leben verlaufen wäre, wenn wir zusammengeblieben wären. Er ist mittlerweile verheiratet und ich in einer Beziehung. Ich fühle mich manipulierbar, empfänglich. Ich bleibe freundlich, aber emotional distanziert, lasse mir nichts anmerken, verhalte mich eher so, als nähme ich unser Wiedersehen als einen nostalgischen Moment wahr – einen, in dem wir das, was war, wertschätzen, aber nicht mehr. Ich frage mich, warum ich da bin.
28.12.2025
Mir fallen die vorderen Zähne aus. Meine Zähne sind Marshmallows.
Ich laufe die Treppe im Stiegenhaus meiner Oma rauf und runter, bis mir schwindelig wird.
Ich bin eine gigantische Plastikpuppe namens Robin.

